© gpointstudio - stock.adobe.com

Wie gefährlich ist die aktuelle Smartphone-Generation?

Die Hersteller von Mobilfunktelefonen versuchen auf die Gefahr durch strahlende Smartphones zu reagieren und geben einen SAR-Wert (Spezifische Absorptionsrate) für ihre Geräte an. Verbraucher sollen vor dem Kauf die Höhe der Strahlung der jeweiligen Geräte einschätzen können. Gefahr erkannt? Gefahr gebannt? Mitnichten! Lesen Sie was der SAR-Wert tatsächlich ist und wie Sie sich wirksam gegen Smartphone-Strahlung schützen können.

Anzahl der mobilen Empfangsgeräte nimmt zu

Noch schnell daheim anrufen, eine Whatsapp-Nachricht versenden und kurz einen Blick auf die neusten E-Mails werfen – viele von uns sind permanent erreichbar und online. Sich dem Gebot der Erreichbarkeit zu entziehen, ist nicht immer leicht. Für viele Menschen scheint ein Alltag ohne Smartphone längst undenkbar und unmöglich. Die Kehrseite der Medaille zeigt sich im zunehmenden Elektrosmog und den damit verbundenen gesundheitlichen Gefahren. Wie kann man sie umgehen oder zumindest abschirmen? Das ist nicht ganz so einfach, wie es zunächst klingen mag: Während Ende 2008 lediglich 7 Prozent der Bundesbürger Smartphones nutzen, waren es 2018 bereits über 70% In absoluten Zahlen sind also mindestens 57 Mio. Empfangsgeräte dauerhaft im Einsatz. Smartphones, Handy und deren Netzinfrastruktur sind bereits heute für einen Großteil der Esmog-Problematik verantwortlich.

Junge Leute mit Handys - die aktuelle Smartphone-Generation
© G. Lombardo – stock.adobe.com

SAR-Richtwert: eine umstrittene Norm

Auch wenn sich die SAR als internationale Produktnorm „etabliert“ hat, muss leider bezweifelt werden, ob die Einhaltung der SAR-Richtwerte tatsächlich ausreichenden Schutz bietet. Maßgebende Größe ist die Erwärmung des organischen Gewebes durch die Smartphone-Strahlung. Die Grenzwerte orientieren sich also nur an der thermischen Wirkung der Handystrahlung. Unberücksichtigt bleibt so, dass unterschiedliche Frequenzen der Strahlung auch beeinflussen, wie tief die Strahlung in den Körper eindringt. Unberücksichtigt bleiben biologische Wirkungen der Smartphone-Strahlung.

Junge Frau am Handy - die aktuelle Smartphone-Generation
© pathdoc – stock.adobe.com

Smartphones: beim Verbindungsaufbau ist die Strahlungsintensität am intensivsten

Handy ist aber nicht gleich Handy: Die von ihnen ausgehenden Strahlungswerte haben sich im Laufe der Zeit merklich verringert. Mobiltelefone der ersten Generation waren da schon von anderem Kaliber und wiesen meist einen äußerst beunruhigenden SAR-Wert auf. Die spezifische Absorptionsrate legt fest, wie viel Smartphone-Strahlung der Körper während der Nutzung der Geräte aufnimmt, es gilt ein Richtwert von 2W/kg. Auffällig ist, dass es keinem der Hersteller gelingen mag, den SAR-Wert sowohl im Ruhezustand als auch während des Telefonierens stark zu reduzieren.

Das ist kein Zufall, sondern technisch begründet: Während des Verbindungsaufbaus sendet das Handy mit voller Leistung. Also genau dann, wenn der Benutzer das Smartphone an sein Ohr und damit direkt an seinen Kopf führt. Dort ist der Strahlungseinfluss am schädlichsten. Deswegen werden für die meisten Smartphonemodelle auch zwei unterschiedliche SAR-Werte angegeben: einer für das Telefonieren mit dem Handy am Ohr und ein anderer für den Betrieb des Handys am Körper, also etwa in der Hosentasche.

Handy beim Verbindungsaufbau
© SIAMRAT.CH – stock.adobe.com

Smartphonemodelle mit hohem SAR-Wert

Die aktuellen Modelle des Weltmarktführers Apple kommen bei beiden Referenzwerten übrigens auf Wert von 1 W/kg. Zum Vergleich: Den höchsten SAR-Wert, aller Apple Smartphones weist das iPhone 7 (1,36) und 8 (1,34) auf. Auch einige neuere Smartphonemodelle kommen an die Grenze des empfohlenen Richtwertes von 2W/kg:

Betrieb am Ohr
1. LG-G512 (Auslaufmodell) 1,94
2. P7 Pro (Aktuelles Modell) 1,82
3. Sony Mobile – T 650i (Auslaufmodell) 1,8

Betrieb am Körper
1. Blackberry – DTEK60 (Aktuelles Modell) 1,99
2. ARCHOS Access 50 4G (Auslaufmodell) 1,931
3. Cubot X19 (Aktuelles Modell 1,9

Was bedeutet der SAR-Wert?

Die spezifische Absorptionsrate (SAR) gibt an, mit welcher Sendeleistung der Körper beim Telefonieren mit einem Handy maximal thermisch belastet wird. Diese Rate gibt Aufschluss darüber, wie viel Wärme der Körper zusätzlich zu anderen Belastungen abführen muss. Je kleiner der SAR-Wert ist, desto geringer wird das Gewebe durch die Strahlung erwärmt. Der empfohlene oberste Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt bei 2,0 W/kg.

Grenzwerte

Wichtig zu wissen ist, dass der SAR-Wert nur ein Richtwert ist, an den sich der Hersteller nicht halten muss. Für Mobilfunkgeräte gibt es keine verbindlichen Schutzvorschriften. Weiterhin werden beim SAR-Wert nur wärmebedingte Auswirkungen auf unseren Körper betrachtet. Die bereits genannten biologischen, also nicht-wärmebedingten Wirkungen auf Zellprozesse und DNA oder auch eine Langzeitbestrahlung über viele Jahre wie sie in der Realität vorzufinden ist, werden durch den SAR-Wert überhaupt nicht berücksichtigt.

Der SAR-Wert „schützt“ das Gewebe nur vor Erwärmung durch Mobilfunkstrahlung. Das ist als würde man den Grenzwert für radioaktive Strahlung mit einem Thermometer festlegen anstelle eines Geigerzählers und Spezialdosimeters.

Das würde keiner Ernst nehmen. Im Fall der Mobilfunkstrahlung wird aber genau das als Wissenschaft verkauft.

Gesundheitliche Schäden durch Smartphone-Strahlung: Vieltelefonierer sind besonders gefährdet

Wie gefährlich sind die Strahlungswerte der Handys? Wie wird sich der ständig zunehmende Elektrosmog auf unsere Gesundheit auswirken? Die WHO stufte hochfrequente elektromagnetische Strahlung 2002 als möglicherweise krebserregend ein, da Studien aus den 70ern nahelegen, dass hierdurch ein erhöhtes Leukämie-Risiko gegeben ist. Die Einstufung wurde im Jahre 2011 unter der Einbeziehung von Smartphone-Strahlung erneut überprüft und bestätigt.

Dass Smartphone-Strahlung selbst in geringer Dosis gefährlich sein kann, ist in vielen Studien nachgewiesen worden.

So stellte die 2010 durchgeführte Interphone-Studie fest, dass das Risiko, an einem Hirntumor zu erkranken, schon ab 30 Minuten täglicher Smartphone-Nutzung um 40 Prozent ansteigt. Darüber hinaus beeinflussen bereits die aktuellen, als unbedenklich eingestuften, Strahlungswerte der Handy-Geräte die Hirnaktivität. Auch akute Beschwerden durch Elektrosmog, wie Müdigkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen treten auf. Davon betroffen sind vor allem Menschen, die unter Elektrosensibilität leiden.

5G-Strahlung: Der Bürger dient als Versuchskaninchen

Für diese Menschen stellt Smartphone-Strahlung eine akute Gefahr und erhebliche Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität dar, selbst wenn der jeweilige SAR-Wert im „empfohlenen Bereich“ liegt. Für die restliche Bevölkerung kann damit aber keinesfalls Entwarnung gegeben werden. Die bald verfügbare 5G-Technologie wird das Problem weiter verschärfen und der Elektrosmog wird weiter zunehmen. Steigende Datenmengen, die immense Übertragungsgeschwindigkeit und die hohe Anzahl an Netzteilnehmern wird zu einer Zunahme der Strahlenbelastung führen. Gegenwärtig beschäftigt sich auch das Bundesamt für Strahlenschutz mit der Frage nach den gesundheitlichen Auswirkungen der 5G-Technologie. Kritische Stimmen merken hierzu an, dass Evaluationen zur Bestimmung der Gefährlichkeit neuer Produkte eigentlich vor der Markteinführung erfolgen müssen. Man stelle sich vor, dass bei autonomen Fahrsystemen oder Medikamenten dieselbe Verfahrensweise Anwendung fände. Das kann nicht im Sinne des Verbraucherschutzes sein.

5G Symbolbild - Wie gefährlich ist die neue Smartphone-Generation?
© peshkov – stock.adobe.com

Effektive Abschirmmaßnahmen treffen

Aktuell muss jeder selbst Vorkehrungen für seinen Schutz treffen. Tatsächlich gibt es in Bezug auf die moderne Smartphone-Strahlung nur eine wirksame Gegenmaßnahme: Möglichst viel Abstand halten. Das mag in den eigenen vier Wänden noch halbwegs gelingen, wenn dafür auch zahlreiche Flächenprodukte zur Esmog-Abschirmung benötigt werden. Wer nur einzelne Räume oder Zimmerareale abschirmen möchte, hat mit praktischen Fensterfolien und speziellen Baldachinen einige Optionen. Da man aber schlecht sein ganzes Leben daheim in geschützten Räumen verbringen kann, muss man Mittel und Wege finden, um sich auch im öffentlichen Raum sicher bewegen zu können.

Abschirmende Fensterfolie RDF72     Abschirmende Fensterfolie RDF72

Ob das im 5G-Zeitalter noch gelingen wird, wenn bis zu einer Million Geräte pro Quadratkilometer Datenpakete senden und empfangen, ist mehr als zweifelhaft. Spätestens dann wird auch der SAR-Wert irrelevant, da die Hintergrundstrahlung dann alle aktiven Sender überlagern wird, selbst in solchen Landstrichen, in denen keine oder nur wenige Handys im Netz eingeloggt sind. Schon heute warnt das Bundesamt für Strahlenschutz Verbraucher mit Herzschrittmachern und anderen elektronischen Implantaten davor, Handys zu verwenden.

Abschirmbaldachin | Kasten Einzelbett | HF | VOILE

5G-Mobilfunkstandart: Strahlungswerte über 100 Gigahertz

Die allgegenwärtige Smartphone-Strahlung ist bereits jetzt für viele Menschen eine unheimliche Belastung. Krankheiten wie Elektrohypersensibilität (EHS) treten gehäuft auf. Das scheint aber erst der Anfang zu sein. Auf lange Sicht wird die 5G-Technik im Frequenzbereich bis zu 80 GHz eingesetzt werden. Damit bewegt man sich an der Grenze zum sogenannten Terahertz-Bereich (ab 100 GHz), der heute schon bei Flughafenscannern Anwendung findet.

__________________________________________________________________________________________________
Quellen:
https://www.ate.uni-duisburg-essen.de/data/dokumente_2014_public/fsm-broschuere_2014_D.pdf (Anmerkung des Autors: Seite 22-32)
http://www.bfs.de/SiteGlobals/Forms/Suche/BfS/DE/SARsuche_Formular.html?gtp=6048912_list%253D3&sarBody=sarBody4
https://www.bfs.de/DE/themen/emf/mobilfunk/schutz/vorsorge/empfehlungen-handy.html
https://www.bfs.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/BfS/DE/2019/015.html
https://www.techbook.de/mobile/iphone-modelle-hoechster-sar-wert
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/198959/umfrage/anzahl-der-smartphonenutzer-in-deutschland-seit-2010/
https://www.funkschau.de/markt-trends/5g-neuer-schwung-fuer-das-iot.165581.html
https://de.wikipedia.org/wiki/5G