LiFi-Smartphone-Adapter – die WLAN-Alternative

Eine hohe Strahlenbelastung durch elektromagnetische Wellen ist immer wieder ein Thema in den Medien. Allein durch mobile Geräte wie Smartphones werden in Verbindung mit WLAN-Routern hochfrequente elektromagnetische Felder erzeugt. Obwohl die Belastung durch diese Strahlung im Allgemeinen als „ungefährlich“ eingestuft wird, gehen doch signifikante gesundheitliche Risiken damit einher. Gerade bei falscher Konfiguration eines Routers oder bei Nichteinhalten gewisser Abstände kann sich die Strahlenlast deutlich erhöhen. Langzeitschäden konnten bisher zwar noch nicht nachgewiesen werden – allerdings gibt es diese Art von Strahlung ja noch nicht seit vielen Jahrzehnten. In unmittelbarer Nähe zu Ihrem Router sollten Sie sich beispielsweise nicht zu lange aufhalten. Darüber hinaus kann es gerade bei der Anhäufung vieler elektronischer Geräte in einem kleineren Raum zum sogenannten „Elektrosmog“ kommen. Dadurch wird unter anderem der Umstand beschrieben, dass durch eine erhöhte Strahlenbelastung die Konzentrationsfähigkeit sinken oder die Gefahr für Kopfschmerzen oder Verspannungen ansteigen kann.

Die Suche nach einer Lösung

Auf der Suche nach einer Alternative zu WLAN für die Datenübertragung wurden in der Vergangenheit bereits mehrere Varianten entwickelt und getestet. Eine sehr vielversprechende Möglichkeit bietet dabei das sogenannte „LiFi“. Diese Abkürzung steht für „Light Fidelity“ und bedeutet so viel wie „Licht-Wiedergabe“. Bei dieser auch als VLC („Visible Light Communication“, zu Deutsch: Kommunikation via sichtbarem Licht) bezeichneten Technik werden Daten nicht mittels Funkfrequenzen, sondern via Lichtsignale übertragen. Diese Übertragung soll nicht nur schneller und sicherer, sondern auch frei von elektromagnetischer Strahlung sein.

Eine flächendeckende Versorgung mit dieser innovativen Technologie erscheint aktuell schwer umsetzbar. Es wurden zwar schon einige Prototypen entwickelt, die auch vielversprechende Ergebnisse liefern. Allerdings fehlt in diesem Bereich noch die entsprechende Infrastruktur. Möglicherweise lassen sich jedoch in Zukunft auch bereits bestehende Technik für die Übertragung verwenden. Eine weitere Herausforderung besteht in der Tatsache, dass die Lichtsignale nicht durch andere Objekte hindurch strahlen können. Daher muss also für eine erfolgreiche Übertragung immer genug freier Raum zwischen Sender und Empfänger berücksichtigt werden. Doch trotz dieser Herausforderungen wurde die Technik schon an mehreren Standorten getestet. Mit Erfolg!

Deutschland und Italien als Vorreiter

Gerade in Schulen kommt immer wieder Kritik zum WLAN auf. Besonders Kinder und Jugendliche sollen vor unnötigen Belastungen ihrer unmittelbaren Umwelt geschützt werden. Gleichzeitig rüsten Schulen jedoch flächendeckend auf, um den Schülern Medienkompetenzen vermitteln zu können. Daher besteht in diesem Bereich ein großes Interesse an strahlungsarmen Alternativen für die Datenübertragung. Nachdem bereits mehrere deutsche Schulen an ersten Tests für diese Alternative zu WLAN teilnehmen, hat sich nun auch eine Schule in der italienischen Hauptstadt Rom dafür entschieden. Dabei werden die Smartphones mit einem speziellen Adapter ausgestattet, in dem ein VLC-Chip integriert ist. Durch eine entsprechende Hülle kann jedes gängige Smartphone mit dieser Technologie nachgerüstet werden. So können beispielsweise auch zwei Handys untereinander eine sichere und strahlungsfreie Kommunikation aufbauen.

Die römische Schule im Vorort Primavalle nimmt nun an einem Projekt zum Versuch der Datenübertragung via Lichtwellen teil. Dabei kommen spezielle LED-Glühbirnen zum Einsatz, die auf den hochfrequenten Betrieb ausgelegt sind. Diese Lichtquelle wird in rasanter Geschwindigkeit an- und ausgeschaltet. Für das menschliche Auge ist dieser Vorgang im Detail nicht wahrnehmbar; für den Betrachter sieht es so aus, als würde die Birne durchgehend leuchten. Von dieser Technologie versprechen sich Forscher und Unternehmen zahlreiche Vorteile. So wurde bereits beobachtet, dass die Menge an übertragenen Daten gegenüber der herkömmlichen Variante wesentlich höher ist. Darüber hinaus kann eine Datenverbindung nur dann aufgebaut werden, wenn sich der Empfänger im Lichtkegel des Senders befindet. Daher ist ein „Abfangen“ der Übertragung, beispielsweise aus einiger Entfernung, äußerst schwierig bis unmöglich.

Die römische Stadtverwaltung legt bereits seit mehreren Jahren großen Wert darauf, effiziente und moderne Technologien zu testen und einzusetzen. Dabei fällt immer wieder der Begriff „intelligentes Stadtmodell“. Das Ziel dieser Entwicklung ist es nicht nur, dieser traditionsreichen Stadt ein modernes Image zu verpassen. Modernste Technologien sollen das Leben in Rom attraktiver, zugänglicher und lebenswerter machen. In Zusammenarbeit mit wichtigen Partnern konnte dadurch ein System installiert werden, welches bis zu 20 Computerstationen miteinander verbinden kann. Das ermöglicht eine moderne und innovative Drahtlosverbindung. Erste Praxistests haben jedoch bereits gezeigt, dass durch die Lichtübertragung höhere Up- und Downloadgeschwindigkeiten erreicht werden können unter gleichzeitiger Reduzierung der Belastung durch Strahlen.

Die Vorrichtung im Detail

Im Detail wurden in einem Computerraum 9 LED-Lampen an der Decke installiert. Diese LEDs sollten zwei zentrale Aufgaben übernehmen: Einerseits die Beleuchtung des Raums mit einer speziellen Kombination von Licht und Farbe, die das Wohlbefinden der Schüler fördern und deren Konzentrationsfähigkeit erhöhen soll. Durch die Farbgebung sollte auch das längere Arbeiten am Bildschirm ohne große Ermüdung der Augen ermöglicht werden. Zum anderen sollten die LED über Adapter die Computer mit dem Internet verbinden.

Bezüglich der biologischen Verträglichkeit dieser Lichtstrahlen liegen noch keine umfassenden Erkenntnisse vor. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass diese Technologie unter Berücksichtigung bestimmter Bedingungen problemlos möglich ist. Die bisherigen Versuche in deutschen Schulen verlaufen diesbezüglich sehr vielversprechend; insbesondere im Hinblick auf Personen, die besonders sensibel auf elektromagnetische Strahlung reagieren. Daher wird auch in diesem Bereich eine Förderung durch öffentliche Mittel seitens der Politik in die Technik VLC plädiert.

Fazit

Die ausgeklügelte Technologie hinter LiFi schickt sich an, eine echte Revolution im Bereich der Datenübertragung zu werden. Viele Menschen möchten sich nicht länger einer unnötigen Belastung durch elektromagnetische Strahlung aussetzen. Einige Personen reagieren sogar auf erhöhte Strahlung besonders sensibel mit körperlichen Symptomen wie Kopfschmerzen und Verspannungen. Gerade solche Menschen sind es, die von einer Veränderung der Übertragungsmethode profitieren werden. Nach den Tests in einigen Schulen in Deutschland hat sich nun auch eine Schule im römischen Vorort Primavalle zu einem Pilotprojekt entschieden. Die Ergebnisse sind überzeugend und die Vorteile dieser Methode sprechen klar für sich. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse können Entwickler und Hersteller nun weiter an der Technik feilen und mit Sicherheit schon bald neue Fortschritte erzielen können.

Selbst vermeintliche Nachteile wie die zwingende Sichtverbindung zwischen Sender und Empfänger kann sich auch als Vorteil herausstellen. Schließlich kann auf diese Weise niemand aus größerer Entfernung unbefugt auf die Daten zugreifen. Ein potenzieller Hacker müsste sich also schon im gleichen Raum wie der Router selbst befinden.

Quelle: https://www.diagnose-funk.org/publikationen/artikel/detail&newsid=1723