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5G - Next Generation Mobile Networks-Group
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Die Next Generation Mobile Networks-Group

« Motor der 5G-Entwicklung »

Seit dem Start des digitalen Zeitalters hat sich die Welt entscheidend verändert: Das Internet wurde erst vor weniger als 30 Jahren öffentlichen Zwecken zugänglich gemacht und nun rollt bereits die fünfte Generation hochfrequenter Mobilfunkstrahlung auf Europa und die Welt zu. Die möglichen Folgen, die mit dem ansteigenden Elektrosmog einhergehen, werden zurzeit kontrovers diskutiert. Der Initiator von 5G steht dagegen weniger im Fokus der Öffentlichkeit und ist bis heute fast nur Insidern bekannt.

Gemeinsam sind sie stark: Die Next Generation Mobile Networks-Group

Dabei handelt sich um den Interessenverband der weltweit führenden Netzbetreiber. Die Organisation mit dem sperrigen Namen Next Generation Mobile Networks-Group (NGMN) gründete sich im Jahre 2006 als reine Lobby-Sparte der Branche. Inzwischen ist sie stärker in die Strategie-Entwicklung eingebunden worden, blieb ihrem ursprünglichen Status aber weitgehend treu. So wirkt sie bis heute vom Standort Frankfurt aus in erheblichem Maße auf die europäische Innen- und Wirtschaftspolitik ein.

Der Grund dafür, dass die Next Generation Mobile Networks-Group trotzdem noch im Vereinsregister gelistet ist, dürfte im Steuerrecht verortet sein: Vereine sind in Deutschland nach juristischer Definition per se gemeinnützig, d.h. sie dienen dem Allgemeinwohl und sind bis zu einem gewissen Umsatzvolumen automatisch steuerbegünstigt. Darüber hinaus sind Spenden an gemeinnützige Vereine grundsätzlich absetzbar.

Elektrosensible Frau unter einem Funkmast
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Für ein gutes Image hat die Next Generation Mobile Networks-Group somit scheinbar schon mal gesorgt. Ein Blick auf die federführenden Gründungsmitglieder verrät jedoch, wessen Interessen hier im Vordergrund stehen:

  • T-Mobile
  • Vodafone
  • AT&T
  • Bell (Kanada)
  • BT (British Telecommunications)

Ihre Ziele haben sich im Laufe der Jahre nur geringfügig geändert. Im Kern geht es nach wie vor darum, das globale Mobilfunknetz zu homogenisieren. Damit soll die Gefahr einer Insolvenz-Welle in der Branche, wie zu Beginn des Jahrtausends, in Zukunft ausgeschlossen werden. Zu diesem Zweck sicherte man sich mit Microsoft, Apple und Facebook die Unterstützung der weltweit führenden Netz-Konzerne.

Stilisierte elektronische Hand als Strippenzieher
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5G-Whitepaper – Das „Playbook“ der Next Generation Mobile Networks-Group

Der Plan begann sich zu verdichten, als die Gruppe 2015 ein Strategiepapier veröffentlichte, das das Mobilfunknetz auf ein neues Level heben sollte. Das Internet der Dinge galt hierbei als Schlüsselelement: Fast alle Applikationen der 5G-Technik sollten darauf zugeschnitten werden. Große Datenmengen sollten mit Spitzengeschwindigkeiten zuverlässig abrufbar sein, Videoübertragungen und mobiles Arbeiten auf Glasfaserniveau gesteigert werden. Die Next Generation Mobile Networks-Group legte hierbei besonders großen Wert auf den Ausbau der Maschinenkommunikation. So waren der OECD zufolge 2018 schon 25% aller deutschen Mobilfunkanschlüsse diesem Sektor zugeteilt. Die Tendenz steigt seit Jahren exponentiell, sodass 2025 weltweit wohl bereits 1 Billion Geräte über das Mobilfunknetz miteinander kommunizieren werden.

Shanghai unter Strahlung - Die Next Generation Mobile Networks-Group treibt den Ausbau von 5G voran
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Der Faktor Mensch und dessen Anfälligkeit für hochfrequente Handy-Strahlung verschwindet somit zunehmend im Hintergrund. Die Kritik am Whitepaper konzentrierte sich überwiegend auf gesundheitliche Aspekte. Hierbei ließ insbesondere der Umstand, dass die Kommunikationskonzerne beim Betrieb des neuen Standards Frequenzen bis zu 60 GHz anpeilen, die Befürchtung aufkommen, dass die 5G-Strahlung den Elektrosmog in den deutschen Städten und Gemeinden über jedes erträgliche Maß hinaus ansteigen lassen wird. Trotz mehrfacher Nachfrage ließ die Next Generation Mobile Networks-Group keinen rechten Willen durchscheinen, dieser Problematik angemessen zu begegnen. So vermied man es bewusst, den Begriff Esmog zu thematisieren und verlegte sich auf vage Formulierungen, sprach vom Wunsch nach „Umweltbewusstsein“ und „Nachhaltigkeit“. An Ideen und Ausflüchten mangelt es dem Playbook der Mobilfunk-Branche somit nicht. Dann wollen wir doch mal sehen, welche davon schon bis zur Umsetzung gediehen sind…

Die Digitalisierung entwächst den Kinderschuhen

Da sticht zunächst die Geschwindigkeit ins Auge: Die Latenz (Zeitverzögerung) der Mobilfunkstrahlung sinkt beim neuen 5G-Standard unter 1 Millisekunde und beträgt damit nur noch 10% des Vorgängersystems. Wenn sich die Nutzer an einem fixen Standort aufhalten, sind Datenraten von 10 Gbit pro Sekunde möglich. Auf globaler Ebene lassen sich damit zurzeit etwa 100 Mrd. Geräte zur selben Zeit ansprechen.

Handwerker kümmert sich um 2 5G-Funkmasten
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Gleiches gilt für die Frequenzbreite: 60 GHz sind angepeilt, im Frühsommer 2018 wurden die Bereiche bis 2 GHz für Privatkunden ersteigert. Das zweite Band von 3,6 bis 3,8 GHz dient zunächst als Reserve und wird Modellzwecken dienen. Hiermit soll die Grundlage für maßgeschneiderte Netze geschaffen werden. Dahinter verbirgt sich die Absicht, individuelle Lösungen für Firmenkunden bereitzustellen: Im alten LTE-Netz standen jedem Teilnehmer einer Mobilfunkzelle dieselben Funktionen zur Verfügung. Die neue Mobilfunkstrahlung soll dagegen „intelligent“ wirken, also mithilfe virtueller Subnetze flexibel auf Kundenanforderungen reagieren können. Auf technischer Seite wurden somit schon einige Ziele des Strategiepapiers realisiert.

Kurios: Langzeitschäden durch 5G-Strahlung schon nach Kurzzeitstudien ausgeschlossen

Über die zaghaften Andeutungen, den schädlichen Elektrosmog nach Kräften zu begrenzen, kann man das nun wirklich nicht sagen: Sarah Drießen vom Forschungszentrum für elektromagnetische Umweltverträglichkeit an der RWTH Aachen erklärt beispielsweise, dass „hochfrequente elektromagnetische Felder eine thermische, also wärmende, Wirkung auf den menschlichen Körper verursachen. Das lässt sich mit der Strahlung einer Mikrowelle vergleichen. Beim Mobilfunk fällt der Effekt allerdings niedriger aus.“

Mann mit Handy im Umfeld von Strahlung
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Die staatliche Seite sieht die Entwicklung schon etwas kritischer, sieht jedoch noch keinen Grund zum Einschreiten. So ist dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) durchaus aufgefallen, dass 5G aufgrund der hohen Frequenzbereiche weniger Energie aufweist als das alte LTE-Netz. „Deutlich höhere Datenübertragungsmengen, neue und zusätzliche Sendeanlagen und höhere Frequenzen veränderten die Strahlungsintensitäten“ sagte BfS-Präsidentin Inge Paulini. Die Salzgitter Behörde erkennt damit zweifelsfrei an, dass die Strahlenbelastung für die Bürger zunimmt. Inwieweit damit gesundheitliche Gefahren verbunden sind, wäre jedoch nicht abschließend festzustellen. Hierbei bezieht man sich auf die Meta-Studie der WHO, die 2011 zur Einschätzung gelangte, dass Mobilfunkstrahlung „möglicherweise krebserregend“ ist.

Die Next Generation Mobile Networks-Group und die staatlichen Kontrollinstanzen können somit zurzeit keinen Bedarf dafür ausmachen, wirksame Maßnahmen gegen Esmog im öffentlichen Raum zu ergreifen, „weil der abschließende Nachweis für den Kausalzusammenhang zwischen hochfrequenter Strahlung und Krebs noch nicht erbracht ist.“ Zwar wären die bislang durchgeführten Studien nicht sehr aussagekräftig, „weil sich Tumore über lange Zeiträume entwickeln. Doch mit jedem Jahr, in dem kein Anstieg an Erkrankungen registriert wird, festigt sich unser Standpunkt.“

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Mediziner sind sich der schädlichen Auswirkung der Mobilfunkstrahlung indessen nur zu gut bewusst: Immer mehr Deutsche klagen über Schlafmangel, Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Viele dieser Zivilisationskrankheiten scheinen auf den fortschreitenden Netzausbau zurückzuführen zu sein. Daher wenden sich Ärzteinitiativen in regelmäßigen Abständen an die Entscheidungsträger, um ein Bewusstsein für die Sorgen und Nöte elektrosensibler Patienten zu schaffen. Dies geschah zuletzt im Oktober 2018 in einem offenen Brief an Andreas Scheuer (CSU), den Bundesminister fürs Verkehrswesen und die digitale Infrastruktur.

Ist tatsächlich noch kein Nachweis für die krebsfördernde Wirkung erbracht?

Gebetsmühlenartig wiederholen Mobilfunkbetreiber als auch staatliche Kontrollinstanzen, unterhalb geltender Grenzwerte sind keine Gesundheitsschäden zu befürchten. Weiterhin sei kein Kausalzusammenhang zwischen der Krebshäufung und Mobilfunkstrahlung erbracht. Es wundert auch nicht, man würde sich ja finanziell ins eigene Fleisch schneiden. In der Süddeutschen Zeitung vom 06. 12.2019 war zu lesen, das Monsanto im Geheimen Glyphosat-Studien in Auftrag gegeben und mitfinanziert hat. Ausgerechnet der Autor einer der wichtigsten deutschen Agrarwissenschaftler stand im Verbunde. Das profitorientierte Unternehmen dazu greifen, ihre Produkte mittels „gekaufter“ Studien und „wissenschaftlich“ untermauerter Gutachten, entgegen jeden gesundheitlichen Bedenken auf den Markt zu bringen, dürfte sich herumgesprochen haben.

Die Studien-Databanken zeigen in über 30.000 Publikationen, Studien und Beiträgen, darunter  www.emfdata.org das biologische Effekte durch elektromagnetische Strahlung mehr als nachgewiesen sind.

Die immer wieder vorgebrachte Behauptung, es gäbe keine relevanten biologischen Effekte durch Mobilfunkstrahlung unterhalb der Grenzwerte, muss als belegte Falschinformation bezeichnet werden.

Next Generation Mobile Networks – Fehlende Weitsicht kann teuer enden

Auszug aus dem Produkthaftungsgesetz: „Bringt ein Hersteller ein fehlerhaftes Produkt auf den Markt, haftet er für Folgeschäden. (…) Der Hersteller haftet für Körper-, Gesundheits- und Sachschäden. Der Haftungsumfang ist nicht begrenzt.“

Abschirmende Decke aus Steel-Gray TDG | HF+NF

Betrachtet man alle Fakten, drängt sich der Schluss auf, dass sich die Netzbetreiber juristisch auf äußerst dünnem Eis bewegen. Das Schicksal der Tabakindustrie sollte ihnen als Warnung dienen. Sie gilt als die Branche, der es am längsten gelang, die Schädlichkeit ihrer Produkte erfolgreich zu vertuschen. Fast 50 Jahre lang wurden einzelne Wissenschaftler und ganze Institutionen engagiert, um die Krebsgefahr beim Rauchen abzustreiten. Die erste Quittung erfolgte 1999: Die US-Regierung bezichtigte die Tabak-Branche, ihre Kunden seit Beginn der 50er systematisch belogen zu haben. Alle Gewinne und Zinsen, die in diesem Zeitraum eingenommen wurden (etwa 280 Mrd. Dollar), mussten zurückgezahlt werden, um die ausufernden Gesundheitskosten zu decken. Danach folgten multiple Zivilprozesse. Davon blieb besonders Cynthia Robinsons Klage gegen die Reynolds Tobacco Company im Gedächtnis. Sie endete im Sommer 2014 mit dem Zuspruch von 23 Mrd. Dollar, der höchsten Schadensersatzsumme, die je festgelegt wurde.


Quellen:

https://www.ksta.de/ratgeber/digital/deutlich-hoehere-strahlungswerte-wie-sehr-gefaehrdet-das-5g-netz-die-gesundheit–32212662
(„Deutlich höhere Strahlungswerte – Wie sehr gefährdet das 5G-Netz die Gesundheit?“ veröffentlicht 13.03.2019, abgerufen 20.11.2019)

https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/vor-5g-auktion-strahlenschutz-amt-warnt-vor-gesundheitlichen-folgen/24118724.html
(„Strahlenschutz-Amt warnt vor gesundheitlichen Folgen“   veröffentlicht 19.03.2019, abgerufen 20.11.2019)

https://www.zeit.de/news-062011/1/iptc-bdt-20110601-17-30679372xml
(WHO: Mobilfunk «möglicherweise krebserregend»   veröffentlicht 01.06.2011, abgerufen 20.11.2019)

https://www.diagnose-funk.org/publikationen/artikel/detail&newsid=1305
(Ärzte fordern Ausbaustopp für 5G – US-Radioonkologen hinterfragen „Strahlungssicherheit“  veröffentlicht 28.08.2019, abgerufen 20.11.2019)

www.nytimes.com/2014/07/20/business/jury-awards-23-6-billion-in-florida-smoking-case.html
(„Jury Awards $23.6 Billion in Florida Smoking Case“  veröffentlicht 19.07.2014, abgerufen 20.11.2019)