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Lichtstress durch Lichtverschmutzung

 « Gefahren durch künstliches Licht nicht unterschätzen »

Straßenbeleuchtung, Flutlichter und Fahrzeuge erhellen die Nächte Europas. Die künstliche Beleuchtung nimmt jedes Jahr weiter zu. Sie hat bereits ein Ausmaß erreicht, welches es vielen Menschen nicht mehr erlaubt, die Sterne am Nachthimmel zu bewundern. Dafür ist es nämlich schlicht zu hell! Inzwischen werden tausende Lichtquellen nicht mehr nur mit fehlenden Sternen in Verbindung gebracht, sondern auch mit Veränderungen der Erdatmosphäre und des menschlichen Biorhythmus.

Was ist Lichtverschmutzung?

Die Begriffe Lichtverschmutzung, Lichtstress oder Lichtsmog bezeichnen alle das gleiche: Die Aufhellung des Nachthimmels. Hierfür sind Lichtquellen verantwortlich, die größtenteils vom Menschen geschaffen wurden und die Nacht hell erleuchten. Die künstliche Aufhellung des Nachthimmels stellt eine unterschätzte Unterkategorie der Umweltverschmutzung dar und hat Auswirkungen auf Mensch und Tier.

Städte sorgen mit ihren Lichtmengen dafür, dass der Nachthimmel hell erscheint (Lichtverschmutzung)
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Viele Menschen erreichen in den Nächten kein natürliches Beleuchtungsniveau mehr. In Europa und der USA wird der betroffene Anteil der Bevölkerung auf etwa 99 % geschätzt. Besonders in Städten, in denen eine höhere Bevölkerungsdichte herrscht, kennen die Menschen keine wirkliche Dunkelheit mehr. Was auf den ersten Blick undramatisch und praktisch erscheint, hat tiefgreifende Auswirkungen auf den Schlafrhythmus des Menschen.

Entstehung von Lichtverschmutzung

Das vom Menschen geschaffene Licht erhellt besonders die Städte durch Straßenbeleuchtung, Verkehr oder beleuchtete Gebäude. Vierundzwanzig Stunden täglich brennen die Lampen zur Fußweg- und Gebäudeanstrahlung. Dabei wird nicht nur die angestrahlte Fläche beleuchtet, sondern immer ein Teil des Lichts in verschiedene Richtungen reflektiert. Ein geringer, aber durchaus sichtbarer Teil davon gelangt in den Himmel. Die unteren Schichten der Erdatmosphäre werden dadurch ebenfalls aufgehellt.

Straßen, Haus und Fahrzeugbeleuchtung führen zur Bildung von Lichtsmog
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Die Intensität der Lichtquellen stellt dabei ein großes Problem dar. Das Fernlicht eines einzigen Autos beispielsweise erhellt die Umgebung über mehrere Kilometer. Die großen Lichtglocken von Städten erhellen den Himmel nachts in 10 bis 25 Kilometern Entfernung. Satellitenfotos von verschiedenen Regionen der Erde in der Nacht zeigen, wie hell es in Ballungsgebieten unseres Planeten bereits ist. Das Problem der nächtlichen Beleuchtung kommt zwar in politischen Debatten immer wieder auf, einen Lösungsansatz gibt es jedoch nicht.

Elektrosmog: Die damit verbundene, unsichtbare Gefahr

Jede elektrische Spannung und jeder Stromfluss verursachen unsichtbare Strahlungen. Spannungen erzeugen elektrische Felder und durch den Strom entsteht ein magnetisches Feld. Viele moderne Lampen verfügen über eine Elektronik im Inneren, die mit hohen Frequenzen arbeitet und damit zusätzlich elektromagnetische Felder produziert. Diese drei Strahlungen werden unter dem Begriff Elektrosmog zusammengefasst und stehen im Verdacht, Erkrankungen vorwiegend der Nerven und der Psyche zu verursachen.

Licht funktioniert mit Strom - Elektrosmog ist vorprogrammiert
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Elektrizität ist unabdingbar für die Funktion unserer modernen Gesellschaften. Dabei benötigen wir den Strom nicht nur während der Arbeitszeit, sondern 24 Stunden täglich. Die allgegenwärtige Bestrahlung durch elektrische und magnetische Einflüsse unterstützt den durch Lichtverschmutzung ausgelösten Stress im Körper. Zusätzlich geraten die durch Strom verursachten Strahlungen zu Faktoren die den Wachstum von Krebs beschleunigen oder Tumore auszulösen können.

Auswirkungen von Lichtstress auf den Körper

Eine der gravierenden Wirkungen ist die Hemmung der Melatoninproduktion im Körper. Das Hormon ist für gesunden Schlaf notwendig und wird bei schwacher Beleuchtung vermehrt gebildet. Helles Licht auf den Straßen und in den Schlafzimmern verringert wiederum die Bildung des Hormons und stört den Tag-Nacht-Rhythmus der Menschen. Oberflächliche Symptome von Schlafmangel sind dann Müdigkeit und Konzentrationsschwäche. Aber auch elektromagnetische Strahlung, ist gewissermaßen „Licht“ für unseren Körper nur in einem nicht sichtbaren Spektrum. Studien weisen nach, das die Melatoninproduktion stark abfällt, wenn Menschen insbesondere Nachts elektromagnetischer Strahlung durch Smartphones, WLAN oder Mobilfunk ausgesetzt sind.

Lichtstress kann zu Schlafmangel bzw. Störungen führen
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Mangelnder Schlaf zieht allerdings noch größere Probleme nach sich. Neben kurzfristigen Ermüdungserscheinungen kommt es zu einem langfristigen Abfall der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit. Außerdem stört Schlafmangel die Arbeit des Immunsystems, wodurch vermehrt Infekte und andere Erkrankungen auftreten. Lichtverschmutzung durch künstliches Licht ist also nicht nur störend, sondern kann tatsächlich krank machen.

Härtefall: Blaues Licht

Der Blaulichtanteil bildet einen Sonderfall. Dieser ist auch im natürlichen Licht der Sonne enthalten und wirkt besonders stimulierend. Er ist somit einer der Gründe dafür, warum wir uns gutfühlen, wenn uns morgens beim Öffnen des Vorhangs die Sonne ins Gesicht scheint. Die starke Einstrahlung von Blaulicht am Nachmittag, Abend oder sogar in der Nacht jedoch stört den Schlaf. Die Frequenzen des Lichts wirken aktivierend und machen es dem Körper schwerer, sich auf Schlaf einzustellen. Hersteller von Elektrogeräten haben das erkannt und ihre Bildschirme mit der Möglichkeit ausgestattet, den Blaulichtanteil zu reduzieren.

Blaues Licht gilt als besonders kritisch für die Nachtruhe
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Maßnahmen gegen künstliches Licht in der Nacht

Die intensive Beleuchtung von Innenstädten ist längst kein Problem einzelner Personen mehr, sondern betrifft einen Großteil der Menschen. Der Einzelne hat dabei keine Möglichkeit gegen die Straßenbeleuchtung oder angestrahlte Gebäude auf der anderen Straßenseite anzugehen. Das hätte auch wenig Sinn, da die Zahl der Lichtquellen in Städten nahezu unendlich groß ist. Wer nun in einem hell erleuchteten Stadtteil lebt und wieder ruhig schlafen möchte, dem bleiben als Schutz vor der Lichtverschmutzung nur Maßnahmen im privaten Bereich.

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Schutz vor Lichtsmog

Die Probleme in unserem Körper löst letztlich das Licht aus, welches auf den Körper einwirkt. Die Beleuchtung vor dem Fenster verliert also an Bedeutung, wenn sie durch eine undurchlässige Jalousie abgeschirmt wird. Ist keine Jalousie vorhanden, können an der Innenseite der Fenster Vorhänge, Lamellen oder Plissees angebracht werden. In den Abendstunden empfiehlt es sich dann, die Vorhänge zu schließen und die Beleuchtung zu dimmen. Angenehme, warme Farbtöne fördern nicht nur das Wohlbefinden, sondern helfen auch, den Körper in einen angenehmen Schlaf zu leiten.

Lichtverschmutzung nachhaltig bekämpfen

Der Großteil der nächtlichen Beleuchtung geht vom beleuchteten, öffentlichen Raum aus. Einzelne Personen können aber dennoch etwas gegen die zunehmende Lichtverschmutzung tun. Das Dimmen von Schaufensterlampen und schalten von Außenbeleuchtungen über Bewegungsmelder sind Maßnahmen, die das Beleuchtungsniveau ein wenig senken. Wer allerdings den Himmel mal wieder ohne künstliche Beleuchtung sehen möchte, also wie er tatsächlich ist, dem bleibt nur eine nächtliche Fahrt aufs Land. Eine Reduzierung von Lichtquellen im öffentlichen Raum wird, jedenfalls in absehbarer Zeit, nicht stattfinden.

Wünschen Sie Beratung zu Elektrosmog und Lichtsmog sind wir gerne für Sie da!