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Schaden Hochspannungsleitungen der Gesundheit?

Fast drei Viertel des 1,8 Millionen Kilometer langen Stromnetzes von Deutschland verläuft unterirdisch. Aktuell hängt nur ein Viertel der Leitungen gut sichtbar an Masten. Von diesen Hochspannungsleitungen im KV-Bereich wird es allerdings in naher Zukunft durch den geplanten Ausbau deutlich mehr geben. Welche langfristigen Auswirkungen eine Hochspannungsleitung auf die Gesundheit hat, ist dabei unzureichend erforscht.

Die Entstehung der Gefahren

Viele Kilometer an Freileitungen überziehen die deutschen Landschaften. Mit dem Beschluss der großen Verbindungen zwischen Nord- und Süddeutschland sollen das in absehbarer Zeit noch weit mehr werden. Die sogenannten „Strom-Autobahnen“ oder „Stromtrassen“ sollen riesige Mengen elektrischer Energie durch das Land transportieren.

Stromtrassen
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Bestehende Leitungen führen meist Wechselstrom, während die neuen Trassen Gleichstrom führen sollen. Hier wird der Begriff HGÜ verwendet. Er steht für Hochspannungs-Gleichstromübertragung. In der Nähe einer Stromleitung, welche Spannungen mit einer niedrigen Frequenz führt, entstehen zwei Arten von Strahlung. Durch das Vorhandensein einer Spannung entstehen elektrische Felder. Diese Felder laden alle Körper auf, die ihren Einflussbereich betreten.

Magnetische Felder hingegen treten erst auf, wenn tatsächlich ein Strom fließt. Ihre Stärke richtet sich nach der Stromstärke.

Im Vorfeld kam die Idee auf, die Hochspannungsleitungen nicht in der Luft zu führen, sondern im Boden zu vergraben. Die Feuchtigkeit des Erdbodens würde hier zumindest in gewissem Umfang als Elektrosmog Abschirmung wirken, strahlungsarm wäre die Stromleitung dadurch allerdings nicht. Über der vergrabenen Hochspannungsleitung wäre das Strahlungsniveau immer noch deutlich zu hoch. Die Idee wurde aus Kostengründen verworfen.

Auswirkung einer Hochspannungsleitung auf die Gesundheit

Elektrische Felder sorgen für eine Aufladung des Körpers. Dies wirkt sich ähnlich aus wie eine statische Aufladung, wie sie beispielsweise durch isolierte Hausschuhe auftritt. Diese Ladung im Körper kann sich bei der Berührung von geerdeten Teilen in Richtung Erde entladen. Das hat einen kurzen, aber heftigen elektrischen Schock zur Folge. Dieser ist für die meisten Menschen ungefährlich, aber durchaus schmerzhaft. Die Auswirkungen durch magnetische Felder hingegen sind gravierender. Körper innerhalb des Magnetfeldes induzieren Spannungen, sodass es zum Stromfluss zwischen den Zellen des Körpers kommt. Bei diesem Stromfluss werden biologische Prozesse im Körper beeinflusst.

Illustration des menschlichen Gehirns
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Es kommt unter anderem zur Öffnung der Blut-Hirn-Schranke, wodurch verschiedene Giftstoffe in das Gehirn geleitet werden können. Besonders neurologische Erkrankungen werden auf die Einwirkung magnetischer Felder zurückgeführt. Zudem durchdringen die magnetischen Felder nahezu alle Materialien, außer die einer speziellen Elektrosmog Abschirmung. Die Wirkung unterscheidet sich auch danach, ob eine Wechselspannung oder Gleichspannung anliegt. Wechselspannungen sind generell gefährlicher, weil sich das Spannungsniveau hier permanent ändert.

Besonders bei magnetischen Feldern führt das zu ununterbrochenen Kriechströmen innerhalb des Körpers. Gleichspannungen können aber keinesfalls als ungefährlich bezeichnet werden, sondern stellen lediglich das geringere Übel dar.

In Deutschland geltende Grenzwerte

In der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung von 1997 wurden Grenzwerte festgelegt, welche die Gesundheit der Bevölkerung vor den Auswirkungen durch Elektrosmog schützen sollen. Die Tatsache, dass eine Hochspannungsleitung die Gesundheit beeinträchtigt, wird inzwischen immer weniger angezweifelt. Lediglich über die Intensität, ab der Elektrosmog die Gesundheit beeinflusst, wird öffentlich debattiert. Die aktuellen Grenzwerte orientieren sich an der Empfehlung der „International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection (ICNIRP)“ und betragen:

  • Bei 50 Hz: 100 Mikrotesla magnetische Feldstärke und 5 Kilovolt pro Meter elektrische Feldstärke
  • Bei HGÜ: 500 Mikrotesla magnetische Feldstärke und keine Begrenzung für die elektrische Feldstärke

Ansichten von Fachleuten in Deutschland zu Elektrosmog durch Hochspannungsleitungen

Die Werte werden seit vielen Jahren von Spezialisten mit der Begründung bemängelt, dass deren Höhe keinen ausreichenden präventiven Schutz bietet. Verschiedene Forschungsprojekte erkannten einen Zusammenhang zwischen überwiegend neurologischen Krankheiten sowie Krebserkrankungen und der Nähe des Wohnortes zu Stromleitungen. Interessant ist, dass die Personen dabei keinen Werten oberhalb der Grenzwerte ausgesetzt waren. Ärzte und Baubiologie fordern deshalb eine drastische Senkung der Grenzwerte zum Schutz der allgemeinen Gesundheit. Dies sei technisch durchaus machbar. Für Schlafbereiche empfehlen Baubiologen die Einhaltung von 1 Volt pro Meter für elektrische Wechselfelder und 20 Nanotesla für magnetische Wechselfelder. Die Differenz zwischen diesen Empfehlungen und den realen Grenzwerten zeigt, wie groß hier der Klärungsbedarf ist.

Hochspannungsmast
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Grenzwerte anderer EU-Länder

Die Schweiz hat in der NISV beschlossen, dass alle Anlagen ab dem Errichtungsjahr 2000 einen Referenzwert von 1 Mikrotesla für magnetische Feldstärken nicht überschreiten dürfen. In den Niederlanden gilt seit 2005 die Richtlinie des Infrastruktur- und Umwelt-Ministeriums. Danach ist in Gebieten mit empfindlicher Nutzung, was zum Beispiel auf Schulen und Kindergärten zutrifft, ein Wert von 0,4 Mikrotesla einzuhalten. Auch in anderen Ländern gibt es Unterschiede zur ICNIRP-Empfehlung. In Italien und Belgien beispielsweise wurden niedrigere Werte für hochfrequente Strahlung erlassen.

Derartige Verordnungen zeigen, dass die Menschen nicht nur in Deutschland über die Auswirkungen einer Hochspannungsleitung auf die Gesundheit besorgt sind, hierzulande die Reaktionen der Politik noch auf sich warten lassen.

Abschirmung vor Elektrosmog durch Hochspannungsleitungen

Viele Menschen wohnen oder arbeiten in der direkten Umgebung einer Hochspannungsleitung und sind damit täglich der Strahlung ausgesetzt. Obwohl die Grenzwerte der ICNIRP eingehalten werden, liegen die realen Werte weit über den Empfehlungen von Fachspezialisten und Medizinern. Dabei würde es schon helfen, einen baulichen Abstand von einem Meter pro Kilovolt Spannung einzuhalten. Bei der Einhaltung dieser Empfehlung sind selbst die Felder von Anlagen mit 380 kV kaum noch messbar.

Schutz durch Elektrosmog Abschirmung

Bewohner eines Hauses in der Nähe einer Hochspannungsleitung können ihre Gesundheit auch durch gezielte Abschirmmaßnahmen schützen. Bei großen Sanierungsarbeiten bietet sich die Verwendung von Abschirmputz mit einer sehr hohen Schirmdämpfung an. Im Innenbereich können ebenfalls Maßnahmen in Form von Abschirmvlies oder Metallfolien getroffen werden. Diese besitzen eine etwas geringere Schirmdämpfung, halten aber dennoch einen großen Teil der Strahlung draußen.

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Abschirmmaßnahmen können auch im kleineren Rahmen ergriffen werden, wenn beispielsweise der Hauseigentümer größere Arbeiten verbietet. Ein Baldachin um das Bett herum ist schnell montiert und hält von außen eindringende Felder effektiv ab.

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Auch die Arbeit mit Abschirmfarbe, speziellen Textilien oder abschirmenden Tapeten kann der Vermieter nicht untersagen.

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Sogar für den Berufsalltag oder den Grillabend im Garten gibt es eine Lösung. Im Fachhandel ist spezielle Abschirmkleidung erhältlich, die mit einer metallischen Schicht ausgestattet wird. Die Kleidung schützt zwar nicht den gesamten Körper, dafür aber einzelne wichtige Bereiche.

Strahlenschutz Hemd fuer den Arbeitsplatz

Abschirmende Hemden beispielsweise schirmen den Brustkorb ab, in dem sich viele wichtige Organe befinden.

Hochspannungsleitung und Gesundheit – zwei ungleiche Begriffe

Elektrizität wirkt sich vielfältig auf die Gesundheit des Menschen aus. Besonders magnetische Felder, welche durch die Wechselspannungen aus der Stromleitung entstehen, weisen mehrere negative Auswirkungen auf. Elektrische Felder stören die Nervenkommunikation uvm. Derartige Auswirkungen von Elektrosmog auf die Gesundheit wurden von der ICNIRP nicht ausreichend berücksichtigt.

Die gesetzlichen Grenzwerte sind daher zu hoch angesetzt, um einen wirksamen Schutz vor Elektrosmog zu gewährleisten.

Hier kann nur jeder Hausbesitzer und Mieter selbst Maßnahmen treffen, um sich vor der schädlichen Strahlung zu schützen. Besonders beim geplanten Bau vieler weiterer Strommasten sind Gegenmaßnahmen angebracht.