Startseite | Auswirkungen & Elektrosensibilität | Weshalb Handystrahlung schädlich ist und was dagegen hilft
© bluedesign / Fotolia.com

Weshalb Handystrahlung schädlich ist und was dagegen hilft

Ist Handystrahlung schädlich oder nicht? Diese Frage beschäftigt die Forschung seit Jahrzehnten mit eigentlich eindeutigem Ergebnis. Denn Tatsache ist, dass Handystrahlung und allgemein Elektrosmog sehr wohl Auswirkungen auf den menschlichen Organismus haben und uns in Summe krank machen. Um Auswirkungen und Risiko zu reduzieren, gibt es eine Reihe von kleinen Maßnahmen im Alltag, welche allerdings von zu wenigen Menschen durchgeführt werden.

Was genau ist Mobilfunkstrahlung?

Die Bezeichnungen Handystrahlung, elektromagnetische Strahlung oder Elektrosmog meinen, wenn sie in Bezug auf das Handy benutzt werden, im Grunde alle das Gleiche: Strahlung, welche von einem Mobiltelefon ausgesendet wird und in einer modernen Gesellschaft den größten Teil unseres Lebens auf unseren Körper einwirkt. Es handelt sich beispielsweise bei den gängigen Mobilfunkstandards um eine Art Welle, welche mit einer Frequenz im Megahertz- oder sogar Gigahertz-Bereich pulsiert. Es wird eine elektromagnetische Strahlung produziert, welche die Grundlage aller kabellosen Übertragungsverfahren bildet.

Die Übertragungstechniken WLAN, Bluetooth, DECT und viele andere funktionieren nach dem gleichen Prinzip und nutzen lediglich unterschiedliche Frequenzbänder.

Ein Smartphone strahlt somit, wenn alle Funktionen aktiviert sind, eine Vielzahl von unterschiedlichen Signalen aus. Mit der Dauernutzung von GSM, WLAN, Bluetooth, UMTS und neuerdings LTE sowie NFC tauschen wir ein wenig Komfort gegen unsere Gesundheit.

Beim Telefonieren wird das Handy in der Regel direkt am Kopf gehalten
© pathdoc / Fotolia.com

Mobilfunkstrahlung und Co. nehmen dabei eine besondere Rolle unter den elektromagnetischen Wellen ein, weil das Handy unser ständiger Begleiter ist und beim Telefonieren in der Regel am Kopf gehalten wird. Neue schutzbietende Richtlinien, insbesondere den SAR-Wert betreffend sind aber im Moment nicht in Sicht.

Wie sich Handystrahlung schädlich auf unseren Körper auswirkt

Es gibt viele grundverschiedene Arten von Strahlen, welche täglich auf unseren Körper einwirken. Sie reichen von den natürlichen UV-Strahlen der Sonne bis zur Röntgenstrahlung beim Orthopäden. Röntgenstrahlung zählt zu den ionisierenden Strahlungen, welche Elektronen aus Atomen oder Atomverbindungen herauslösen und damit deren Struktur irreparabel zerstören können. Diese Schäden treten aufgrund der hohen Energie der Röntgenstrahlung in kurzer Zeit auf. Im Volksmund ist diese Strahlungsart häufig auch als radioaktive Strahlung bekannt und jeder Schüler weiß, dass sie äußerst gefährlich ist.

Die Funkverbindung des Handys wird in die Kategorie nichtionisierende Strahlung eingeordnet. Sie besitzt zwar eine deutlich geringere Energie als die ionisierende, wirkt dafür aber ununterbrochen auf uns ein.

Ist die Unterteilung in ionisierende und nichtionisierende Strahlung noch aktuell?

Nach einem Forschungsbericht aus dem Jahr 2015 von Prof. Dr. Karl Hecht ist die Unterteilung in ionisierende und nicht ionisierende Strahlung zu hinterfragen, da Röntgenstrahlung als auch Handystrahlung, freie Radikale (1) im menschlichen Körper generieren und analoge biologische Schädigungen auftreten. Der grundsätzliche Unterschied besteht in der Stärke der Energie dieser Strahlungen. Sogenannte ionisierende Strahlung wirkt in der Regel mit starker Energie, nichtionisierende Strahlung mit schwacher Energie. Es ist demnach mehr eine Frage wie lange die jeweilige Strahlung auf uns einwirkt und mit welcher Strahlendosis.

Handystrahlung verursacht gleichermaßen wie auch radioaktive Strahlung Krebserkrankungen und Leukämie.

(1) Freie Radikale sind sauerstoffhaltige Moleküle, die gefährlich instabil sind, weil ihnen in ihrer chemischen Struktur ein Elektron fehlt. Sie sind unvollständig. Aggressiv entreissen sie dem nächstbesten intakten Molekül (z.B. Molekülen der Zellmembran, Proteinen oder der DNA) das von ihnen benötigte Elektron. Dieser Elektronen-Raub wird Oxidation genannt. Da Oxidationen – sobald sie das erträgliche Ausmass übersteigen – den Körper belasten, spricht man von oxidativem Stress.

Weitere Effekte der Mobilfunkstrahlung

In jeder Sekunde laufen in unserem Körper abertausende von biochemischen und elektrischen Prozessen ab. Nerven senden über Nervenbahnen Signale zu anderen Zellen und Organen. Die Symptome, die elektromagnetische Strahlung verursacht, sind sehr vielfältig und bei jedem Menschen äußern sich diese etwas anders, da jeder Körper unterschiedlich auf diese elektromagnetischen Störungen der Kommunikationsprozesse reagiert. Bereits bestehende Schwächen oder Krankheiten spielen genauso eine Rolle wie Größe oder Gewicht des Menschen. Eine Auswertung von 108 Studien (einsehbar unter www.mobilfunkstudien.org) ergab jedoch eine starke Häufung bestimmter Symptome.

Schäden am Erbmaterial (Gentoxizität) – 19 Studien

Erhöhtes Tumorrisiko – 13 Studien

Schwächung des Immunsystem – 11 Studien

Veränderungen im Gehirn – 22 Studien

Schädigungen an Eizellen und Embryonen – 7 Studien

Schädigung von Sperma und männliche Unfruchtbarkeit – 9 Studien

Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Depressionen, Lern- und Gedächtnisstörungen – 19 Studien

Abweichendes Verhalten von Pflanzen und Tieren – 10 Studien

Handystrahlung hat schaedliche Auswirkungen auf den Koerper
© leszekglasner / Fotolia.com

Inzwischen ist auch die WHO aufgewacht und hat, wenn auch verhalten, reagiert. Mobilfunkstrahlung wurde als „möglicherweise Krebs erregend“ eingestuft.

„Würden Medikamente dieselben Prüfergebnisse wie Handystrahlen liefern, müsste man sie sofort vom Markt nehmen. Denn keine Firma der Welt würde Arzneimittel entwickeln, die bei Versuchstieren oder in Zellexperimenten Krebs auslösen und dann behaupten, das werde beim Menschen so schon nicht auftreten.“
Dr. Randall Huber, Umweltreferent der ÖAK

Schäden nur bei Erwärmung des Körpers? Der SAR-Wert.

Die spezifische Absorptionsrate (SAR) gibt an, mit welcher Sendeleistung der Körper beim Telefonieren mit einem Handy maximal thermisch belastet wird. Diese Rate gibt Aufschluss darüber, wie viel Wärme der Körper zusätzlich zu anderen Belastungen abführen muss. Je kleiner der SAR-Wert ist, desto geringer wird das Gewebe durch die Strahlung erwärmt. Der empfohlene oberste Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt bei 2,0 W/kg.

Grenzwerte

Wichtig zu wissen ist, dass der SAR-Wert nur ein Richtwert ist, an den sich der Hersteller nicht halten muss. Für Mobilfunkgeräte gibt es keine verbindlichen Schutzvorschriften. Weiterhin werden beim SAR-Wert nur wärmebedingte Auswirkungen auf unseren Körper betrachtet. Die bereits genannten biologischen, also nicht-wärmebedingten Wirkungen auf Zellprozesse und DNA oder auch eine Langzeitbestrahlung über viele Jahre wie sie in der Realität vorzufinden ist, werden durch den SAR-Wert überhaupt nicht berücksichtigt.

Der SAR-Wert „schützt“ das Gewebe nur vor Erwärmung durch Mobilfunkstrahlung. Das ist als würde man den Grenzwert für radioaktive Strahlung mit einem Thermometer festlegen anstelle eines Geigerzählers und Spezialdosimeters.

Das würde keiner Ernst nehmen. Im Fall der Mobilfunkstrahlung wird aber genau das als Wissenschaft verkauft.

Wie werden solche Grenzwerte festgelegt?

Eine Studie aus Großbritannien hat sich damit beschäftigt und festgestellt, dass Grenzwerte auf Gutachten basierend festgelegt werden. Zwischen Experten, welche die Gutachten erstellen und denjenigen, welche die Grenzwerte festlegen, besteht eine enge oft voneinander abhängige Verbindung. De facto können Experten den Grenzwert also selbst bestimmen, welcher dann offizielle als „sicher“ übernommen wird.

Auch in Deutschland haben Wissenschaftler eines privaten Vereins (ICNIRP) mit enger Beziehung zur Industrie Grenzwerte empfohlen.

Warum schützen diese Grenzwerte nicht?

Weil sie auf einem Grundsatzirrtum fussen. Man hat entschieden, dass von elektromagnetischer Strahlung nur eine Gefahr der Erwärmung ausgeht. Diesen Effekt kennen wir z.B. von der Mikrowelle. Alle anderen bereits genannten biologischen, also nicht-thermischen Wirkungen wurden nicht berücksichtigt. Das gilt für Grenzwerte von Strahlung aus Mobilfunkmasten, welche gesetzlich verpflichtend sind, als auch für den SAR-Wert bei Smartphones, welcher nur ein Richtwert ist.

Alle frei verkaeuflichen neuen Handys und Smartphones erfuellen den obersten Grenzwert
© Kwangmoo / Fotolia.com

Ein Telefon mit einem niedrigen SAR-Wert ist somit kaum nennenswert weniger schädlich als ein anderes, da weit unterhalb sog. Grenzwerte biologische Schäden auftreten.

Der Blaue Engel ist im Bezug auf den SAR-Wert gerade für elektrosensible Menschen in diesem Zusammenhang nicht hilfreich, ja sogar irreführend.

Elektrosmog reduzieren – Handystrahlung vermeiden

Mit ein paar einfachen Maßnahmen können wir einen großen Teil der täglichen Handystrahlung vermeiden, besonders im Bereich des Gehirns. Der allerbeste Hinweis diesbezüglich ist der Verzicht! Wer kein Handy oder Smartphone besitzt, senkt die Strahlenbelastung am eigenen Kopf am allermeisten. Wer dieses partout nicht möglich machen kann, der sollte bei einem Anruf das Telefon erst an das Ohr führen, wenn das Rufzeichen ertönt, weil das Gerät während des Verbindungsaufbaus mit deutlich erhöhter Leistung sendet. Auch das Telefonieren in Gebäuden oder Fahrzeugen sollte absolut gemieden werden, weil das Handy die Sendeleistung erhöhen muss. Auch ein Telefonat bei schlechtem Empfang belastet unnötig.

Handystrahlung vermeiden
© Trueffelpix / Fotolia.com

Alternativ: Festnetz und Headsets nutzen

Für Telefonate sollte generell wenn irgend möglich auf ein Festnetztelefon ausgewichen werden. Ist dies nicht möglich, empfiehlt sich die Verwendung eines Headsets, damit die Handystrahlung direkt am Kopf etwas gesenkt wird. Vorsicht, aber keine Bluetooth-Headset! Diese strahlen natürlich ebenso mit dem gleichen elektromagnetischen Feld.

Nähe zur Strahlungsquelle vermeiden

Räumlicher Abstand reduziert die Intensität der Handystrahlung, weshalb das Tragen am Körper, das besonders schädlich ist, vermieden werden sollte.

Besonders kritisch betrachten Experten die Aufbewahrung in der Hosentasche, weil die Mobilfunkstrahlung somit permanent die Fortpflanzungsorgane bestrahlt und so Unfruchtbarkeit verursachen kann.

Im Büro könnte das Handy beispielsweise in der gegenüberliegenden Raumecke aufbewahrt werden oder beim Autofahren im Kofferraum. Somit wird die Bestrahlung des Körpers reduziert und das Telefon bleibt für den Notfall greifbar. Weiterhin sollte das Telefon entweder aus dem Schlafzimmer verbannt oder während der Nachtruhe in den Flugmodus versetzt werden.

Schützen Sie sich effektiv vor Handystrahlung!

Mit diesen Tipps kann die Menge der Mobilfunkstrahlen maßgeblich gesenkt werden. Das Smartphone gehört dank seiner vielfältigen Funktionen mit allen Vor- und Nachteilen zum täglichen Leben dazu, dennoch müssen wir uns alle überlegen, welchen Preis wir für die einfache Kommunikation zu bezahlen bereit sind.

Vorhaenge zur Abschirmung gegen Elektrosmog

In Zeiten, in denen Elektrosmog überall entsteht, ist das eigene Handy eine vergleichsweise kontrollierbare Quelle, die für unsere Gesundheit sehr schädlich ist.

Abschirmgewebe HNG100 HF+NF Breite 66 cm 1 Laufmeter Edelstahlgewebe V4A03 HF+NF Breite 150 cm 1 Laufmeter Edelstahlgewebe V4A10 HF+NF Breite 100 cm 1 Laufmeter

Für die dazugehörigen Mobilfunkmasten oder das WLAN des Nachbarn helfen nur professionelle E-Smog Abschirmungen wie Abschirmfarben, Abschirmvorhänge oder Abschirmgewebe für Fußbodenbeläge, um wenigstens zu Hause nicht „dauerbestrahlt“ zu werden. Demgegenüber lässt sich das Smartphone auch einfach mal abschalten. Denken Sie über diese Möglichkeit nach!

Abschirmfarben gegen Elektrosmog