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Handystrahlung für Babys und Kinder besonders gefährlich

«Deswegen sollten Sie unbedingt Abstand halten»

Mittlerweile ist es ein gewohntes Bild auf unseren Spielplätzen: Mama und Papa beschäftigen sich mit ihren Handys, während die Kinder versuchen, die Aufmerksamkeit der Eltern zu bekommen. Kleinere Kinder sind in Babytragen vor dem Bauch geschnallt und die Mobilfunkstrahlung erreicht die Babys direkt am Kopf. Welche Auswirkungen haben diese Verhaltensweisen auf die Gesundheit und Psyche unserer Kinder?

Strahlungsexposition nimmt zu

Für Handys wurde der sogenannte SAR Wert definiert. Dieser ist ein Maß für die thermische Belastung durch Mobilfunkstrahlung. Im Klartext bedeutet das, dass dieser Wert angibt, um wieviel Grad Celsius sich das menschliche Gewebe erwärmt. Der aktuelle Grenzwert wurde vor 20 Jahren für Erwachsene ausgelegt und ist seither in der Kritik. Einflussfaktoren wie oxidativer Stress werden mit dem SAR Wert nicht berücksichtigt.

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Neue Studien legen außerdem nahe, dass dieser Grenzwert viel zu hoch ist. Außerdem fehlen im Alltag zuverlässige Messungen der Strahlenbelastung, die mit dem entsprechenden Messgerät selbst oder vom Fachmann vorgenommen werden können. Aber auch bei Einhaltung der gültigen Normen steigt das Krebspotential durch Strahlung immer weiter an, denn es sind immer mehr Endgeräte in Gebrauch und die Netze werden weiter ausgebaut. Sodass die Strahlungsquellen insgesamt zunehmen.

Immer mehr Menschen leiden zudem nach eigenen Aussagen unter Elektrohypersensitivität. Mit neuen Technologien wie 5G werden sich die Auswirkungen des Elektrosmog auf die Gesundheit in Zukunft noch weiter verschärfen.

Kinder sind besonders gefährdet

Kinder haben einen höheren Schutzbedarf als Erwachsene, da bei ihnen die Strahlung im Verhältnis tiefer in den Kopf und Körper eindringt. Dadurch ist die Handystrahlung für Babys noch schädlicher. Generell sind Kinder empfindlicher für Strahlung, da sie sich noch im Wachstum befinden und viele Prozesse anders ablaufen. Nicht umsonst werden normalerweise Grenzwerte für Kinder niedriger gewählt als für Erwachsene.

Je jünger ein Kind ist und je länger es ein Handy benutzt oder sich in der Nähe aufhält, umso stärker steigt das Risiko für gesundheitliche Schäden. Aufgrund der Risiken der Mobilfunkstrahlung für Babys und Kleinkinder müssten die Grenzwerte niedriger angesetzt werden.

Handystrahlung fuer Babys noch schaedlicher
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Die thermischen Grenzwerte erfassen nicht alle möglichen Risiken der Folgen von Elektrosmog. Eine Überarbeitung unter Berücksichtigung weiterer Einflussgrößen wie oxidativer Stress ist notwendig. Die höheren Risiken der Handystrahlung auf Babys müssten darin ebenfalls berücksichtigt werden.

Mögliche Gesundheitsrisiken und psychische Folgen

Zu den langfristigen biologischen Wirkungen zählen u.a. eine erhöhte Krebsgefahr, Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit sowie neurologische Störungen. Ebenso besteht die Möglichkeit, dass die Kinder eine Elektrohypersensitivität entwickeln. Auch die Zeit vor der Geburt kann relevant sein, da Embryonen und Stammzellen ebenfalls durch Strahlung geschädigt werden können. Neben den Gefahren für die Gesundheit durch Handystrahlung sind Babys und Kleinkinder großen Risiken für die psychosoziale Entwicklung ausgesetzt. Wenn die Eltern häufig in ihrer Anwesenheit das Smartphone nutzen, versucht das Kind dies nachzuahmen. Zudem bekommt das Baby das Gefühl, dass das Smartphone für die Eltern ebenso wichtig ist wie es selbst. Bindungsstörungen sind dann die Folge.

Viele Anwendungen auf dem Smartphone sind so programmiert, dass sie Suchtverhalten begünstigen.

Nach Schätzungen sind in Südkorea 30 Prozent der Kinder unter 18 Jahren massiv gefährdet, eine Internetsucht zu entwickeln. In Deutschland werden mittlerweile 300.000 Jugendliche als abhängig eingestuft. Seit Sommer 2017 ist Internet- und Computersucht von der Weltgesundheitsorganisation WHO als „Krankheit“ anerkannt. Das Smartphone wird in unserer Gesellschaft immer wichtiger und im Extremfall zum zentralen Lebensinhalt. Zwischenmenschliche Kontakte gehen immer mehr zurück und die Vereinsamung steigt.

Jungs mit Smartphones
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Auch die Häufigkeit von ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Bei Heranwachsenden entwickelt sich zudem Kurzsichtigkeit, wenn diese zu lange aus der Nähe auf einen Bildschirm sehen. Das heranwachsende Auge versucht das Bild scharf zu stellen und schafft dies nur durch Längenwachstum. Daraus entsteht zwangsläufig Kurzsichtigkeit. Dies betrifft vor allem Jugendliche, heranwachsende und junge Erwachsene im Alter zwischen 0 und 25 Jahren.

Konzentrations- und Lernfähigkeit leiden! Werden wir immer dümmer?

Der bekannte Neurowissenschaftler Manfred Spitzer vertritt die These, dass Smartphones Kinder dümmer machen. Mittlerweile ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Menschen in Tests einen wesentlich geringeren IQ haben, wenn sie bei ihrer Arbeit ein Smartphone neben sich auf dem Schreibtisch liegen haben. Dies trifft sogar zu, wenn es ausgeschalten ist. Es ist dann trotzdem permanent die Versuchung da, es einzuschalten und zu benutzen.

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Da dieser Impuls dauernd unterdrückt werden muss, wirkt sich dies auf die Konzentration aus. Bei durchgeführten IQ Tests sank die gemessene Intelligenz allein durch die Anwesenheit des Smartphones auf dem Tisch deutlich. Die fehlende Fähigkeit, sich längere Zeit zu konzentrieren zeigt sich bei Kindern auch durch das stark angestiegene Auftreten von ADHS. Nach Manfred Spitzer lernen Gehirne indem sie arbeiten. Denn nur dann ändern sich die Verbindungen zwischen den Nervenzellen, werden komplexer und verstärken sich. Spitzer vertritt die provokante These, dass weniger geistige Arbeit dazu führt, das Lernen verhindert wird. Deshalb bezeichnet er auch Computer und Handys als Lernverhinderungsmaschinen.

In einem Test in Großbritannien wurden zwischen 2002 und 2012 an 90 Schulen Handyverbote eingeführt.

Der Effekt war, dass sich nach fünf Jahren die Notendurchschnitte deutlich verbessert hatten. Die Studie zeigte außerdem, dass sich die schwächsten 20 Prozent durch das Smartphone Verbot am meisten verbessert hatten. Der Notenschnitt der 20 Prozent besten Schüler änderte sich hingegen nicht.

Wie können wir die Kinder schützen?

  • Oxidativer Stress und thermische Belastungen auf den Körper durch Mobilfunkstrahlung sollten reduziert werden. Verwenden Sie daher nach Möglichkeit kabelgebundene Technologien. Durch die Reduzierung von Elektrosmog verringern Sie auch die Folgen von Elektrohypersensitivität. Verwenden Sie Abschirmprodukte oder Abschirmkleidung, um die Auswirkungen von Elektrohypersensitivität zu minimieren.
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  • Eingeschaltete Handys sollten nicht in Kinderbetten oder Kinderwägen liegen sowie nicht zu nah am Körper sein. Mit zunehmender Nähe erhöht sich auch die Belastung durch Mobilfunkstrahlung für die Babys.
  • Ermuntern Sie die Kinder, die Natur zu erforschen und im Freien zu spielen.
  • Mit den Kindern sollten feste Nutzungszeiten von digitalen Medien vereinbart werden.
  • Verbringen Sie auch dann noch Ihre Freizeit mit den Kindern, ohne sich ständig mit dem Handy zu beschäftigen oder es mit sich zu führen.

Quellen:

  • http://www.aerzte-und-mobilfunk.eu/mobilfunk-zitate-forschung-wissenschaft/
  • http://www.maes.de/6%20SENDER/maes.de%20ZITATE%20SENDER.PDF
  • Korea Internetsucht https://www.tecchannel.de/a/korea-internetsucht-ist-nationales-problem,1739311
  •  https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/72869/Internetsucht-Zahl-der-abhaengigen-Jugendlichen-gestiegen

Quelle Buch: Manfred Spitzer – Die Smartphone Epidemie (Gefahren für Gesundheit, Bildung und Gesellschaft)
Zusammenfassung der Thesen von Spitzer: http://schulforum-berlin.de/wp-content/uploads/2018/11/Buch_Manfred-Spitzer.pdf