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Der neue 5G Standard

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2020 wird das Jahr des Wechsels. Nachdem die Bundesnetzagentur im März 2019 die ersten Frequenzblöcke versteigerte, startete der neue Mobilfunkstandard 5G schon im Sommer in 20 deutschen Städten. Netzbetreiber und die „Generation Smartphone“ frohlocken bereits. Es mehren sich jedoch kritische Stimmen. Sie warnen vor den Gesundheitsgefahren durch Elektrosmog, die mit der neuen, hochfrequenten Mobilfunkstrahlung weiter zunehmen werden.

Wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit vs. Allgemeine Gesundheit?

Pro & Contra 5G – für beide Standpunkte gibt es überzeugende Argumente. Wirtschaftliche Notwendigkeit, wettbewerbsfähiger, zukunftsorientierter Wirtschaftsstandort, lauten die Schlagworte der Befürworter. Zwangsstrahlenexposition, massive gesundheitliche Schäden und noch mehr Esmog, halten die Ausbaugegner ihnen entgegen. Um die Meinung beider Seiten besser nachvollziehen zu können, ist es nützlich, einige Grundlagen der modernen Mobilfunk-Technik zu kennen: Der Mobilfunkstandard tritt die Nachfolge der LTE-Technik an. 2010, bei ihrer Einführung, galt LTE als Antwort auf das Verlangen der digitalen Gesellschaft nach einem immer größeren mobilen Datenvolumen.

Aktuell funken die LTE-Sendemasten im Frequenzbereich von 700 bis 2.600 MHz. Der vergleichsweise hohe Datendurchsatz des aktuellen LTE-Standards ging zu Lasten der Geschwindigkeit. Führende Industriekapitäne und CEOs internationaler Unternehmen sehen deswegen den Wirtschaftsstandort Deutschland gefährdet und schlagen Alarm. Der neue Standard wurde konzipiert, um die auf die Anforderungen der Wirtschaft und der Industrie zu erfüllen:  Smart City, das Internet der Dinge oder Industrie 4.0.

Und der neue Mobilfunkstandard scheint den Anforderungen gewachsen: 100mal schneller soll mobiles Surfen werden als zu LTE-Zeiten.

Die Übertragungsgeschwindigkeit liegt bei 10 Gigabit pro Sekunde. 100 strahlende Empfangsgeräte können gleichzeitig mit dieser Geschwindigkeit surfen – so lauten die beeindruckenden Eckdaten des neuen Mobilfunkstandards. Das lässt bereits erahnen, dass der Mobilfunk in erster Linie den Bedürfnissen der Wirtschaft angepasst wurde.

Telekommunikationsturm mit Antenne des Mobilfunknetzes 5G auf Stadthintergrund
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5G Mobilfunkstandard: Deutschland will Weltmeister werden

„Fehlende Investitionsbereitschaft und das starre Baurecht behindern den Ausbau des Mobilfunk-Netzes. Wenn wir nicht schnell reagieren, werden wir den Anschluss im internationalen Wettbewerb verlieren.“

Es waren drastische Worte, die Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) im Oktober 2019 vor hochrangigen Vertretern der deutschen Industrie wählte. Netzbetreiber wie die Telekom und Vodafone plädieren schon lange für eine Reform des deutschen Baurechts. Während Genehmigungsverfahren im europäischen Ausland meist nach fünf Monaten abgeschlossen sind, dauert es hierzulande mitunter 2 Jahre. Mit dem konservativen Minister schienen die Netzbetreiber nun einen mächtigen Mitstreiter gefunden zu haben. Die Opposition reagierte prompt.

Anton Hofreiter (Fraktionsvorsitzender der Grünen) ließ kein gutes Haar am geplanten Standard: „Hier werden Verbraucherrechte massiv missachtet. Die Bürger in den Kommunen lehnen die Berliner Pläne ab. Sie möchten keinen 5G-Mast im Vorgarten aufstellen und sich womöglich gesundheitsschädlicher Mobilfunkstrahlung aussetzen.“

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ignoriert dagegen die gesundheitlichen Risiken. So ließ der Interessenverband verlauten, dass „die Diskussionen um ansteigenden Elektrosmog nicht zum Ziel führen werden.“ Dies gelte es zu vernachlässigen, da der heimische Wirtschaftsstandort bereits ins Hintertreffen zu geraten drohe: „Wenn sich Berlin jedoch zeitnah zum Handeln entscheidet, kann Deutschland innerhalb weniger Jahre europa- vielleicht sogar weltweit die Spitzenposition im 5G Standard einnehmen.“

Solche Forderungen zielen auf potenzielle Subventionen ab, die den Ausbau des Mobilfunk-Netzes finanzieren sollen. Schließlich investierten die Netzbetreiber schon 6,5 Mrd. Euro, um die Frequenzen zu ersteigern. Die Gelder fehlen nun bei der Errichtung der notwendigen Infrastruktur, die laut Telekom-Angaben etwa 500 Mrd. verschlingen wird. Warum die Investitionsbereitschaft so groß ist, wird deutlich, wenn man die Frage stellt: Cui bono? Wem nützt der neue Mobilfunkstandard.

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Der neue Mobilfunkstandard: auf Industriekunden zugeschnitten

Für die Mobilfunk-Anbieter ergeben sich durch den neuen Standard drei strategisch sehr bedeutende Vorteile. Die wichtigsten sind:

  1. Stabile und breite Datenkapazität: Um den ständig wachsenden Datenverkehr bewältigen zu können, wird die Datenkapazität erhöht. Das auf 10 Gbit/s erhöhte Volumen steht schon heute zur Verfügung.
  2. Zuverlässiger Verbindungsaufbau in Lichtgeschwindigkeit: Netzgeschwindigkeit ist heutzutage einer der wichtigsten Faktoren für Digitalwirtschaft und Zukunftsprojekte wie Industrie 4.0 und Smart City. Ob Hochfrequenzhandel im Finanzsektor, autonomes Fahren und digital automatisierte Produktionsprozesse – der neue Mobilfunkstandard soll die technischen Grundlagen zur Verfügung stellen.
  3. Gerätekommunikation: Das aktuelle Netz stößt bei maximal 100 Mrd. Endgeräten an seine Kapazitätsgrenzen. Mit dem neuen Mobilfunkstandard kann deren Anzahl massiv erhöht werden. Die Vision oder der Albtraum vom Smart Home und der Smart City könnten dann zur Realität werden. Vom Rasierapparat bis zum Öltanker: alle technischen Geräte könnten über das neue Netz gesteuert werden. Die Kapazitäten wären dann vorhanden.

Strahlende neue Welt

Die Strahlenbelastung ist bereits im LTE-Netz auf Rekordniveau. Immer mehr Menschen leiden unter den Folgen von Elektrosmog. Mit dem neuen Mobilfunkstandard wird sich die Lage weiter erheblich verschlechtern. Denn die hohen Frequenzen, auf denen der neue Mobilfunkstandard funkt, beschränken die Reichweite. Während der ersten Auktionsrunde wurden die Frequenzen bis 3,6 GHz versteigert. In diesem Frequenzband können die Masten etwa einen Kilometer weit funken. Ganz anders sieht es aber in höheren Frequenzbereichen aus. Mit zunehmender Frequenz sinkt die Reichweite der Sendemasten auf teilweise unter 200 Meter. Da die kurzwellige 5G Strahlung nicht durch natürliche Hindernisse dringt, müssen mehr Sendeanlagen aufgestellt werden.

5G-Netzwerk Funksysteme und Internet der Dinge
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Branchenkenner rechnen mit bis zu 800.000 neuen Sendemasten, die teilweise auch in unmittelbarer Bodennähe angebracht werden. Damit der Standard flächendeckend zur Verfügung steht, muss die Mobilfunkstrahlung mithilfe zahlreicher stationärer Einzelantennen um topographische Hindernisse herumgeleitet werden. Unter den zahlreichen Mahnern ist auch der ehemalige Bundestagesabgeordnete Ernst-Ulrich von Weizsäcker. Er fordert, den Ausbau des neuen Netzes auszusetzen, so lange unklar ist, „welche gesundheitlichen Gefahren mit dem 5G Standard verbunden sind. Selbst die Hersteller weisen darauf hin, dass der menschliche Körper Elektrosmog nur bedingt standhalten kann.“ Weizsäcker bezog sich bei seiner Aussage auf Gefahrenhinweise führender Smartphone-Produzenten.

Selbst nach deren Empfehlung sollte ein Mindestabstand zwischen strahlendem Handy und menschlichem Körper eingehalten werden. Abschalten oder Abstand halten wird keine Lösung sein, wenn in Deutschland flächendeckend, an jeder Straßenkreuzung ein oder mehrere Sendemasten stehen. Aus jenem Grund sorgen sich Ärzteverbände vor allem um die Gesundheit älterer Mitbürger. So greift der Elektrosmog in beunruhigendem Maße in die bioelektrischen Abläufe des Körpers ein. Demzufolge seien Patienten mit Herzschrittmachern nun besonders gefährdet. Diese besonders gefährdete Personengruppe könnte in Zukunft dann auf spezielle abschirmende Kleidungsstücke angewiesen sein.

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Vorkehrungen treffen und abschirmen

Grundsätzlich können Sie auch einige andere Maßnahmen treffen, um sich vor der gesundheitsschädlichen Strahlung des neuen Mobilfunkstandards zu schützen. Abstand zu Strahlenquellen halten, den eigenen Handybetrieb reduzieren – das sind Möglichkeiten, die Sie noch heute umsetzen können.

Aber selbst, wenn man privat auf sein Handy und ein WLAN-Netzwerk verzichtet, um strahlenfrei zu leben, sind in der Regel bauliche Maßnahmen erforderlich. Effektiven Schutz für daheim bieten zum Beispiel Abschirmvliese, Abschirmfolien oder spezielle Abschirmfarben.

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Quellen:

https://www.herzstiftung.de/schrittmacher-geraete-abstand.html
(„Vorsicht mit Herzschrittmacher: Wie viel Abstand zu Elektrogeräten halten?“ veröffentlicht 05/2014, abgerufen 19.11.2019)